Endlich war es wieder so weit! Nach langem Warten und einiger Verzögerung – fast ein Jahr über der Planung – gibt es wieder Fortschritte beim Plattenharnisch. Peter (History & Sabre) und ich waren beim Plattner, haben den aktuellen Stand gecheckt, fertige und halbfertige Stücke probiert sowie Anpassungen und Details noch einmal abgesprochen. Die großartigen Fotos über den momentanen Stand sind ebenfalls ihm zu verdanken. Die Sache macht schon einen wirklich fantastischen Eindruck!

Die Harnischbrust und der Harnischrücken sind über Bolzen an der Seite miteinander verbunden, deren Sitz durch die Federwirkung des Blechs selbst gewährleistet wird. Dadurch können sich die Teile nicht gegeneinander verschieben und bilden eine Art Exoskelett. Das verspricht einen hohen Grad an Sicherheit, selbst gegen wuchtige Treffer. Leider ist so kein echtes Geschübe in der Brust realisierbar. Es bleibt abzuwarten, was das ausmacht. Der Tragekomfort ist über dem Rüstwams recht gut. Trotz des zusätzlichen Gewichts drückt nichts auf unangenehme Art. Etwas höher müsste das Teil dann noch sitzen, dann wäre es perfekt. Das sollte kein Problem sein. Die geschobenen Bauchreifen sind gut beweglich. Mit Schnallen befestigte Beintaschen auf der Vorderseite stellen eine Art optionales Equipment dar. Zwar sitzt man mit dem Harnisch bisher etwas unbeholfen, aber für Kaffee und Kuchen auf der Gartenbank reichte es an diesem Nachmittag völlig aus 🙂

Die Schaller ist ein fantastischer Helm. Das aufschlächtige Visier bleibt in jeder Position offen stehen und kann im geschlossenen Zustand mit einem Bolzen arretiert werden. Dank des eingenähten Futters sitzt der Helm perfekt und verrutscht nicht. Im Zusammenspiel mit der Harnischbrust steht nun auch noch der Bart an. Dieser Schutz für die untere Gesichtshälfte und den Hals soll mit einem Vorstecker fixiert werden, dessen Sitz noch genau ausgemessen worden ist. Ein auf diese Weise fest mit der Brust verbundener Bart bietet Schutz gegen Treffer von vorne und unten, indem er die Energie auf den gesamten Oberkörper verteilt und so Kopf und Hals entlastet. Wenn alles passt, dann wird der Helm wie mit einem kleinen Überbiss über der Oberkante des Bartes ruhen. Der Bart selbst ist innen zum Teil gefüttert und verfügt über ein abschlächtiges Geschübe, um ihn ein wenig öffnen zu können, ohne ihn gleich ganz entfernen zu müssen. Auch hier hält ein Bolzen alles in Position.


Das Armzeug ist weitgehend fertiggestellt, lediglich die Vernietung fehlt noch. Aufgrund der schwebenden Konstruktion mit innen verlaufenden Lederriemen ist es äußerst beweglich. Die Unterarmröhren werden ebenfalls über einen Bolzen geschlossen. Zur Befestigung des Armzeugs gibt es zwei Varianten. Die Grundidee war, es an das Wams zu nesteln. Das stelle ich mir immer noch als geeignete Option vor, habe es aber noch nicht getestet. Alternativ kann es direkt an den Riemen des Brustharnisches befestigt werden. So haben wir es bei unserem Besuch gemacht und es trägt sich fürs Erste sehr gut. Die passenden Wildlederhandschuhe als Innenleben für die Plattenhandschuhe habe ich diesmal dort gelassen und freu mich auf den nächsten Besuch.

Der nächste Besuch ist für Jänner 2026 geplant. Hoffentlich ist bis dahin der Oberkörper fertiggestellt und es gibt es dann schon Details zum Beinzeug. Bis dahin gilt es, sich weiterhin in den ritterlichen Wehren und in Geduld zu üben 🙂
