Speere: „einfache“ Stangenwaffen

Einfache Speere fanden für lange Teile der Menschheitsgeschichte Verwendung als Waffen. Auch wenn moderne Popkultur diesen Waffen oft wenig Aufmerksamkeit schenkt, zählen sie doch auch zu den ritterlichen Wehren. In diesem Kontext genutzte Speere weisen häufig einen Fuß mit einer zusätzlichen Spitze auf. Dieses Ende ist für den Formationskampf weniger relevant, entfaltet sein Potential aber z.B. in Duellsituationen. Daher ist es kaum verwunderlich, dass ritterliche Duelle häufig (auch) mit Speeren bestritten wurden.

Primär für Einzelübungen baute ich diesen stumpfen Speer. Der Schaft besteht aus einer achtkantigen Eschenstange von einer lokalen Tischlerei. Die Spitze und den Fuß bezog ich über Battle Merchant. Nach Anspitzen der Enden erfolgte die Montage der Metallelemente mit einer Art Heißkleber basierend auf Kohle, Fichtenharz und Bienenwachs. Dazu wurden Harz und Wachs etwa 2:1 gemischt und im Wasserbad geschmolzen, dann etwas gemahlene Holzkohle eingerührt. Diese Mischung erstarrt beim Abkühlen, bildet einen formschlüssigen Übergang, ist aber nicht spröde, sodass die Verbindung bei Belastung (hoffentlich) nicht bricht. Um die Metallteile weiter zu fixieren, nutzte ich Eisennägel.

Für Partnerübungen mit moderater Schutzausüstung möchte ich einfache leichte Speere mit flexibler Spitze und passendem Speerfuß nutzen. Diese bestehen aus einer einfachen Buchenstange aus dem Baumarkt, gepaart mit einer Gummispitze von Cold Steel. Der Fuß besteht aus einem Gummiaufsatz für Gehstöcke. Auf diese Weise sind auch Aktionen mit dem hinteren Ort, wie sie z.B. in den Fechtbüchern von Fiore dei Liberi dargestellt sind, ohne großes Risiko möglich.

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